SB
Soraya Borrajo
May 19, 2026
Im März 2026, 3 Wochen vor dem geplanten Kaiserschnitt, suchte ich notfallmäßig die Praxis Villa Rentsch auf, da ich seit drei Tagen keinerlei Kindsbewegungen mehr gespürt hatte.
Die vor Ort durchgeführten Kontrollen wurden als normal und beruhigend eingestuft. Trotzdem blieb ich sehr beunruhigt, da man auch ohne medizinisches Fachwissen weiss, dass sich eine Situation rasch verschlechtern kann, wenn ein Baby plötzlich aufhört, sich zu bewegen.
Obwohl ich erklärte, absolut KEINE Bewegungen meines Babys mehr wahrzunehmen, wurde mir zu diesem Zeitpunkt keine engmaschige Nachsorge (z. B. innerhalb von 24 Stunden) oder ein zeitnaher Kontrolltermin angeboten. Ich wurde auf eine Warteliste gesetzt (für einen Termin in 7 Tagen, nur falls ein Termin abgesagt wurde oder ein Platz frei wurde). Man sagte mir, ich würde (vielleicht) in einer Woche angerufen, falls ein Platz frei würde. Andernfalls war der nächste verfügbare Termin erst 3 Wochen später vorgesehen. In dem Moment habe ich ihnen vertraut …
Aus meiner Sicht ist es gerade in einer solchen Situation entscheidend, eine alternative Lösung zu finden. Wenn eine Praxis nicht über die nötigen Kapazitäten verfügt, um eine angezeigte engmaschige Kontrolle zu gewährleisten, sollte eine Patientin meines Erachtens an eine geeignete Einrichtung überwiesen werden... beispielsweise an die Frauenklinik die nur 100 Meter entfernt liegt, anstatt auf eine Warteliste gesetzt zu werden.
Da meine Sorge anhielt und ich weder drei Wochen bis zum nächsten Termin warten noch über das Wochenende in Ungewissheit bleiben wollte (es war Freitag, und am Wochenende waren keine Arztpraxen geöffnet) fiel es mir nach drei schlaflosen Nächten voller Angst zunehmend schwer, die Situation objektiv einzuschätzen. Deshalb begab ich mich am darauffolgenden Montagmorgen gleich als Erstes in die Notaufnahme des Spitals. Dort erhielt ich die erschütternde Nachricht, dass mein Baby bereits seit !!mehreren Tagen!! verstorben war, in der 36. Schwangerschaftswoche.
Ich schildere diese Erfahrung aus meiner persönlichen Sicht, ohne medizinische Entscheidungen beurteilen oder Anschuldigungen erheben zu wollen. Mein Ziel ist es, andere Patientinnen für die Bedeutung einer aufmerksamen Untersuchung bei verminderten oder ausbleibenden Kindsbewegungen zu sensibilisieren.
Auch wenn eine Untersuchung auf den ersten Blick beruhigend erscheinen mag, sollte ein plötzliches Ausbleiben der wahrgenommenen Kindsbewegungen meines Erachtens als Warnsignal betrachtet werden, das besondere Aufmerksamkeit erfordert. Das Empfinden und die Wahrnehmung der Mutter sollten bei dieser Beurteilung eine wesentliche Rolle spielen und nicht zugunsten der blossen Ergebnisse von Kontrollgeräten minimiert werden.
Bis heute bleiben für mich viele Fragen zum Ablauf der Ereignisse und zur Betreuung in dieser Situation unbeantwortet.