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Anna Vieira
Jul 18, 2026
Der Service der blonden Mitarbeiterin von Sunita während der letzten Anprobe des Hochzeitsanzugs meines Mannes war äusserst respektlos und unprofessionell.
Da wir nicht in Zürich wohnen, handelte es sich bei diesem Termin nur noch um letzte kleinere Anpassungen, wie das Anpassen der Ärmel und der Hosenlänge. Deshalb gingen wir davon aus, den Anzug an diesem Tag fertig angepasst, gereinigt und bereit für unsere Hochzeit mitnehmen zu können.
Da Sunita an diesem Tag nicht im Geschäft war, wurden wir von ihrer blonden Mitarbeiterin betreut. Als sie den Anzug brachte, fiel uns sofort auf, dass sowohl an den Ärmeln des Sakkos als auch am Hosenumschlag die Nähte deutlich sichtbar waren. Die Einstiche der Nadel zeichneten sich sogar auf der Aussenseite des Stoffes klar ab. Wir wiesen sie darauf hin, dass dies bei der vorherigen Anprobe nicht der Fall gewesen war, und fragten, ob dies korrigiert werden könne.
Anstatt unsere berechtigte Sorge ernst zu nehmen, wurde die Mitarbeiterin laut und behauptete mehrfach, diese Spuren seien schon immer vorhanden gewesen und wir hätten sie lediglich vorher nicht bemerkt. Um zu zeigen, dass wir uns das nicht einbildeten, zeigte ich ihr andere Anzüge im Geschäft, bei denen solche Einstiche nicht sichtbar waren. Ausserdem erklärte ich, dass ich befürchtete, die Löcher könnten dauerhaft im Stoff sichtbar bleiben, da dieser bereits durchstochen worden war.
Ihre Reaktion war völlig unangemessen. Sie seufzte genervt, verdrehte die Augen, ging in ihre Schneiderei und sagte in schroffem Ton, dass die Spuren nach dem Dämpfen verschwinden würden. Wenig später kam sie noch aufgebrachter zurück, sprach laut, war sichtlich gereizt und ihre Hände zitterten, als sie fragte: „WO sehen Sie denn Löcher? WO sind denn diese Löcher?“
Ich war von dieser aggressiven Art so überrascht, dass ich zunächst gar nichts mehr sagte. Als sie merkte, dass ich mit der Qualität der Verarbeitung weiterhin unzufrieden war, drehte sie mir einfach den Rücken zu und sprach ausschliesslich mit meinem Mann. Wörtlich sagte sie: „Sie! SIE werden den Anzug tragen! Sehen Sie die Löcher?“
Für mich war das der schlimmste Moment des gesamten Termins. Nicht nur wegen ihres aggressiven Tons, sondern weil ich mich vollkommen respektlos behandelt und ignoriert fühlte. Die Botschaft war eindeutig: Da mein Mann den Anzug tragen würde, spiele meine Meinung keine Rolle. Anstatt die Kunden mit Respekt zu behandeln, ignorierte sie mich bewusst, weil ich auf den Mangel hingewiesen hatte.
Jeder Mensch, der im Kundenservice arbeitet, weiss, wie man mit einer Reklamation umzugehen hat. Man hört dem Kunden zu, nimmt seine Bedenken ernst und sucht nach einer Lösung. Es hätte völlig ausgereicht zu sagen, dass man die Verarbeitung nochmals überprüft und gegebenenfalls nachbessert. Stattdessen fühlte sich die Mitarbeiterin persönlich angegriffen, reagierte defensiv, versuchte uns einzureden, das Problem habe schon immer bestanden, und vermittelte mir das Gefühl, ich hätte früher einfach nicht genau genug hingeschaut.
Am Ende der Diskussion sagte ich lediglich, dass die Qualität für mich sehr enttäuschend sei. Es war offensichtlich, wie aufgebracht sie war – ihre Hände zitterten sogar, während sie den Anzug hielt.
Später am selben Tag kehrte mein Mann nochmals zurück und wurde persönlich von Sunita betreut. Sie war freundlich, nahm die notwendigen Korrekturen vor, und der Anzug wurde in der darauffolgenden Woche sauber und mit einer guten Verarbeitung ausgeliefert.
Obwohl das Endergebnis letztlich zufriedenstellend war, war die Erfahrung mit der Mitarbeiterin derart unangenehm, dass ich beschlossen habe, dieses Geschäft nie wieder zu betreten. Ich bin nicht einmal zur Abholung des Anzugs mitgegangen, weil ich mich nach diesem Vorfall dort schlicht nicht mehr willkommen fühlte. Ein derart respektloser Umgang mit Kunden ist für mich absolut inakzeptabel.