DB
Denise Bodenmann
Jun 1, 2026
Nach vielen Jahren als Kundin dieses Geschäfts habe ich heute etwas erlebt, das mich wirklich sprachlos gemacht hat.
Ich war mit meinem Hund unterwegs und hatte Einkaufstaschen in der Hand, die Leine meines Hundes, seinen Rucksack mit Wasser und Zubehör sowie mein Handy. Während ich gerade dabei war, mich zu organisieren, um den Kotbeutel zu nehmen und die Hinterlassenschaft meines Hundes aufzuheben, wurde ich plötzlich von der anderen Strassenseite aus lautstark angeschrien.
Nicht angesprochen. Nicht höflich erinnert. Angeschrien.
Offenbar hatte die betreffende Person bereits entschieden, dass ich den Hundekot nicht aufheben würde, noch bevor ich überhaupt die Möglichkeit hatte, dies zu tun.
Was mich daran schockiert, ist nicht die Erinnerung daran, Hundekot aufzuheben. Das versteht sich für mich von selbst und gehört zu den Pflichten eines verantwortungsvollen Hundehalters. Was mich schockiert hat, war die Selbstverständlichkeit, mit der sich jemand das Recht nimmt, fremde Menschen öffentlich zu beurteilen und zurechtzuweisen, ohne die Situation überhaupt zu kennen.
Ich bin 54 Jahre alt. Ich weiss sehr genau, welche Verantwortung ich als Hundehalterin habe. Ich brauche keine fremde Person, die aus der Distanz voreilige Schlüsse zieht und mich behandelt, als müsste sie mich erziehen.
Besonders befremdlich fand ich, dass die betreffende Person offenbar mehr Aufmerksamkeit auf Passanten richtete als auf ihre eigentliche Arbeit. Statt einen Moment abzuwarten und zu beobachten, was tatsächlich geschieht, wurde sofort geschrien und verurteilt.
In all den Jahren wurde ich von den anderen Mitarbeitern stets freundlich, respektvoll und professionell behandelt. Genau deshalb hat mich dieses Verhalten so überrascht und enttäuscht.
Es gibt einen grossen Unterschied zwischen Respekt und Kontrolle. Heute hatte ich leider das Gefühl, beobachtet, kontrolliert und verurteilt zu werden, bevor überhaupt etwas passiert war.
Ein Geschäft sollte ein Ort sein, an dem Kunden willkommen sind – nicht ein Ort, an dem Passanten beobachtet, kontrolliert und vorschnell verurteilt werden.
Da sich die betreffende Person das Recht genommen hat, mich lautstark zu belehren, obwohl sie mich nicht kennt und die Situation offensichtlich nicht verstanden hat, erlaube ich mir ebenfalls einen gut gemeinten Rat:
Vielleicht wäre eine Tätigkeit in der Überwachung von Passanten besser geeignet als die Arbeit im Kundenkontakt.
Denn wer fremde Menschen lieber kontrolliert, beobachtet und vorschnell beurteilt, als ihnen mit Respekt zu begegnen, scheint dort möglicherweise seine eigentliche Berufung gefunden zu haben.
Sehr enttäuschend